Deeplink LPG – Anschlüsse am Fahrzeug
Die drei etablierten Füllsysteme
beschreibe ich auf der Seite LPG – eine kleine
Adapter- und Anschlusslehre. Dort sind auch kurze,
allgemeine Hinweise zu Adaptern zu finden.
Es gibt in Europa drei Flüssiggas-Anschlüsse bei
Kraftfahrzeugen. Die Kombination aus Anschluss und
Füllpistole der »Zapfpistole« bezeichne ich auf dieser
Seite als »Füllsystem«, hinzu kommen noch die
unterschiedlichen Anschlüsse am Fahrzeug selbst auf welche
ich auf dieser Seite eingehen werde.
Mittels Adapter können von unterschiedlichen Anschlüssen am
Fahrzeug alle drei in Europa etablierte Füllsysteme genutzt
werden.
Es gibt drei Varianten wie die unterschiedlichen
Füllsysteme an ein Fahrzeug angeschlossen werden können:
- Anschluss am Fahrzeug passt ohne Adapter zum Füllsystem
- Anschluss am Fahrzeug eines anderen Füllsystems wird per Adapter an das vorhandene Füllsystem angeglichen
- Anschluss am Fahrzeug ist kein Bestandteil eines Füllsystems, sondern ein Gewinde
Um diese drei Varianten besser erklären zu können habe ich einige Anschlüsse fotografiert. Zunächst die erstgenannte Variante: Der Anschluss am Fahrzeug entspricht dem Füllsystem.
Während der Dish-Anschluss relativ flach am Fahrzeug erscheint, wird der ACME-Adapter offensichtlich tiefer verbaut. Dies ist auf dem nächsten Bild zu sehen. Jedoch davon nicht täuschen lassen: Bei beiden Anschlüssen wird die Gasleitung auf der Rückseite herausgeführt und dies nimmt natürlich auch Platz in Anspruch.
Das ACME-Füllsystem hat sich in Deutschland durchgesetzt.
Natürlich gibt es auch Tankstellen mit Dish- und
Bajonett-Anschluss, diese sind jedoch in der Regel für
Durchreisende parallel zu ACME-Zapfsäulen an größeren
Tankstellen zu finden.
Klarer Vorteil wenn man einen ACME-Anschluss am Fahrzeug
hat: Man braucht nicht immer einen Adapter aufzuschrauben
wenn man (in Deutschland) tanken will.
Nachteile wären die Größe, welche der Anschluss samt »Dose«
benötigt sowie die Gefahr das man die Abdeckung des
Anschlusses an der Tankstelle vergisst.
Die ACME-Anschlüsse werden häufig direkt im Blech verbaut,
aber auch die Montage in Stoßstangen ist möglich.
Inzwischen müssen dann jedoch flexible Zuleitungen verbaut
werden, früher konnten auch starre Kupferleitungen verlegt
werden.
Der »HK-Flach« wird gerne verbaut da er eine relativ
geringe Einbautiefe hat, der Verschluss nicht sehr groß ist
und somit der Tankanschluss bei manchen Fahrzeugen sehr
unauffällig verbaut werden kann. Ein sehr gutes Beispiel
dafür ist die gezeigte Positionierung bei einem Passat 35i,
bei welchem der Tankanschluss unter der Abdeckung der
Abschleppöse am Fahrzeugheck versteckt wurde.
Ein weiterer Vorteile dieses Anschlusses ist die relativ
großflächige Befestigung und das große Innengewinde. Man
braucht wenig Angst davor haben das einem das Gewinde des
Adapters abbricht und das Gewicht der aufgeschraubten
Zapfpistole wird ebenfalls an eine relativ große Fläche
weitergegeben.
Zusätzlich kann man die Abdeckung des Anschlusses nicht
versehentlich an der Tankstelle liegen lassen da sie fest
mit dem Fahrzeug verbunden ist.
Der »Tomasetto«- oder auch »Mini«-Anschluss wird von Kunden
sehr gerne gewünscht. Der Grund liegt auf der Hand: Man hat
die Möglichkeit den Anschluss sehr klein zu verstecken, oft
geht es sogar unter den originalen Tankdeckel des
Fahrzeugs. Man hat keinen großen Anschluss wie beim
HK-Flach oder den Dish- bzw. ACME-Anschlüssen.
Allerdings gibt es auch mehrere Nachteile bei diesem
Anschluss. Der Tomasetto-Anschluss hat in der Regel ein M10
Innengewinde, in welche die Adapter geschraubt werden. Je
nach Platzierung müssen »längere Adapter« gekauft werden,
da sonst Adapter und/oder Zapfpistole nicht angeschlossen
werden können.
Die Auflagefläche des Anschlusses ist sehr gering. Durch
die Hebelwirkung der schweren Zapfpistole samt Schlauch ist
die Belastung relativ hoch. Daher kann es bei
unvorsichtiger Bedienung oder wenn jemand die Zapfpistole
in eingeschraubem Zustand bewegt zu Problemen kommen.
Mir sind am Gewinde abgebrochene Adapter und verbogene
Tomasetto-Anschlüsse von Umrüstern gezeigt worden.
Bildautor: [ico]
Bei neueren Fahrzeuge (ab 2008) wurden auch Anschlüsse von
Tomasetto verbaut, welche ein 16 mm Außengewinde besitzen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Ein größeres Gewinde
(insbesondere ein Außengewinde) sorgt für eine stabilere
Verbindung zwischen dem aufgeschraubten Adapter und dem
Anschluss am Fahrzeug.
Der Nachteil dieser Variante: Es muss genügend Platz
vorhanden sein das der Adapter mit seinem Außengewinde
aufgeschraubt werden kann.
Bildautor: [ico]
Der Hersteller ICOM führt eine den Anschlüssen von
Tomasetto sehr ähnliche Variante in seinem Programm.
Der Anschluss ist ebenfalls mit einem Außen- wie auch einem
Innengewinde versehen.
Deeplink Meine Meinung
An meinem T4 war ein Dish-Anschluss verbaut gewesen. Ich
habe bis auf zwei, drei Ausnahmen beim Tanken stets den
ACME-Adapter einschrauben müssen. Meine Bedenken hatte ich
bezüglich des M10 Gewindes. Nachdem ich im Internet von
abgebrochenen Adaptern gelesen hatte und auch an
Tankstellen deren abgebrochene Leihadapter gezeigt bekommen
habe (Zitat: »Das ist ist der Grund wieso wir jetzt 20 Euro
Pfand für den Adapter verlangen!«), wollte ich zumindest
einen Anschluss mit größerem Innengewinde haben.
Leider konnte kein HK-Flach mehr verbaut werden, da das
Loch des Dish-Anschlusses schon so groß war das kein
HK-Flach mehr montiert werden konnte.
Daher wurde bei mir im September 2007 ein ACME-Anschluss an
Stelle des Dish-Anschlusses verbaut. Eingetragen werden
musste der geänderte Anschluss nicht, da die Gasanlage
gemäß R67 abgenommen worden ist und der neue Anschluss
ebenfalls dieser Norm entspricht.
Hätte ich die Wahl, würde ich einen HK-Flach-Anschluss
verbaut haben wollen. Es stört mich nicht das man daran
erkennen kann das das Fahrzeug mit LPG betrieben wird. Für
den Anschluss sprecehen meiner Meinung nach folgende
Punkte:
- Großes Innengewinde (21,8), daher wenig Gefahr das ein Adapter abbrechen könnte.
- Praktischer Verschluss welcher am Anschluss befestigt ist.
- Adapter für alle drei Füllsysteme sind günstig (ca. 10 Euro) erhältlich.
- Relativ große Auflagefläche (Gewicht der Zapfpistole wird verteilt).
- Vor verdrehen gesicherter Anschluss (war beim Dish-Anschluss leider nicht der Fall).
Aber natürlich bin ich mit dem ACME-Anschluss auch sehr
zufrieden.
Meine Adapter (sowohl M10 als auch M21,8)
habe ich bei vogelsautogas.de gekauft.
Im Vergleich zu anderen Anbietern habe ich die Adapter dort
deutlich günstiger kaufen können. Für den Adapter von M10
auf ACME wollte 2004 ein Tankstellenbetreiber und Umrüster
»nur« 40 € dafür. Das war der Preis, welchen er von seinem
Gasanlagenlieferanten genannt bekommen hatte.
Ich habe dann doch lieber beim eben geannten Anbieter zwei
Adapter für 15 € erworben.
Auch wenn die Adapter nicht im Shop zu finden sein sollten:
Einfach anfragen. Aber davor natürlich herausfinden,
welchen Anschluss man hat bzw. welchen Adapter man braucht.









