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Die friesengrüne Gaskutsche beim Tanken: Kirchheim u. Teck West, 2008

Deeplink LPG (Autogas) und T4: Warum kein CNG?

Die Unterschiede zwischen LPG und CNG hatte ich ja bereits erklärt. Sollte jemand noch nicht klar sein wo sich die beiden Arten auf Gas zu fahren unterscheiden sollte er in der Navigation einfach »LPG != CNG« auswählen und etwas lesen bevor er sich den folgenden Text anschaut. Weiterhin an alle lesenden CNG-Fahrer: Das hier soll keine »Anti-CNG-Kampagne« darstellen sondern spiegelt nur meine Meinung sowie meine Rechenkünste wider.

Eine einfache Rechnung: Bei vergleichbaren Dimensionen fasst ein zylindrischer Tank hinter der Rücksitzbank des T4 entweder 110 l LPG (88 l effektiv) oder 16 kg CNG. Bei einem Verbrauch von 15 l LPG gegenüber 8 kg CNG würden sich folgende Reichweiten ergeben: 586 km bei LPG, 200 km bei CNG.

Mein täglicher Fahrtweg zum Arbeitsplatz beträgt einfach etwa. 15 km macht pro Tag 30 km. In der Woche bin ich natürlich fünfmal beim Arbeiten und so kommen alleine bei den Fahrten zum und vom Arbeitsplatz 150 km zustande. Da ich ja nicht nur zur Arbeit fahre sondern hier und da noch irgendwelche Fahrtziele habe müßte ich demnach zumindest jede Woche einen Tankstopp einplanen wenn ich CNG wählen würde. Bei LPG würden sich die Tankstellenbesuche bei alle drei bis vier Wochen einstellen.

Einer meiner Arbeitskollegen hat pro Woche alleine für die »Arbeitsplatzfahrten« 230 km mehr auf der Uhr. Für ihn würde sich – theoretisch (und augenzwinkernd) – dann schon das Anmieten eines Stellplatzes bei der CNG-Tankstelle lohnen.

Natürlich wird derzeit das Tankstellennetz für CNG stetig erweitert und es gibt deutlich mehr 24 Stunden geöffnete CNG Tankmöglichkeiten im Vergleich zu den teilweise sehr früh schließenden LPG-Tanken. Aber: Ständig einen Tankstopp einplanen zu müssen bzw. einen Umweg zur Tankstelle fahren zu müssen war nun wirklich nicht das, was ich vorhatte. Weiterhin kam es mir entgegen, dass eine LPG-Tankstelle direkt an meiner täglich zu fahrenden Route zum Arbeitsplatz lag.

Was es die Kosten anbelangt wäre die Umrüstung von LPG (nicht bezuschußt) im Vergleich zur von den Erdgasunternehmen subventionierte CNG-Umrüstung nicht deutlich teurer oder billiger geworden. Die Preise für beide Umrüstungsvarianten haben sowohl als auch bei jedem Umrüster differiert. Allerdings lagen sie stets eng beieinander.

Außnahmen: Bei sehr, sehr günstigen Umrüstern liegt LPG unschlagbar vorne was es die Kosten anbelangt. Preisunterschiede von bis zu 1000 Euro gegenüber anderen Umrüstern (LPG) oder geförderten CNG-Umrüstungen sind möglich. Die Preise werden mittels Anlagen mit »alter« Technologie erzielt. »Alt« ist in diesem Falle nicht automatisch als »schlecht« zu sehen. Diese Gasanlagen sind weniger aufwändig beim Einbau, beim Einstellen und durch ihren vielfachen Einsatz hat sich das Gutachten für die Anlage ebenfalls schon mehrfach bezahlt gemacht. Gelegentlich kann durch das verbauen von gebrauchten Gastanks (natürlich mit neuem TÜV-Gutachten) noch etwas Geld gespart werden. Einfach den Umrüster seines Vertrauens danach fragen. Ich hatte mich für eine komplett neue Anlage entschieden gehabt.

Im Verbrauch kommt CNG gegenüber LPG etwas günstiger. Dabei kann man von ein bis zwei Euro pro 100 km ausgehen. Bei einer Jahreslaufleistung von 15.000 km würden sich so zwischen 150 und 300 Euro bei CNG gegenüber LPG einsparen lassen. Doch ob die durch die deutlich häufigeren Umwege zur CNG-Tanke nicht wieder aufgefressen worden habe ich nicht weiter ausgerechnet, vielleicht möchte das ja jemand noch machen? Der zusätzliche Fahrtweg zur CNG Tankstelle würde etwa 5 km betragen – sofern ich von einem Umweg von dem täglichen »Arbeitsplatzfahrtweg« ausgehe.

Kurz und bündig: Die höhere Reichweite und die ebenfalls im Ausland bereits vorhandenen Tankmöglichkeiten (deutlich mehr LPG- als CNG-Tankstellen im südeuropäischen Raum, den mutmaßlichen Urlaubsländern) haben es mir ziemlich leicht gemacht mich für LPG zu entscheiden und CNG die kalte Schulter zu zeigen.

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